Wir klagen an!

 

Anklage des Tribunals «NSU-Komplex auflösen» — 17.-21. Mai 2017 — Köln-Mülheim

Im Namen der Aufklärung, im Namen der Gerechtigkeit, im Namen der Opfer und ihrer Angehörigen.

Diese Anklage ist das Ergebnis unserer Anstrengungen, den NSU-Komplex und seine Akteur*innen sichtbar zu machen. Sie steht im bewussten Widerspruch zur straf­rechtlichen Anklage der Bundesanwaltschaft, die den NSU als das Werk einiger Weniger verharmlost. Diese Anklage wurde am Samstag, den 20. Mai 2017 im Kölner Schauspiel vorgestellt.

Unsere Anklage ist kein Schlusspunkt, sondern ein An­fang. Wir fordern die Öffentlichkeit auf, diese Anklage fortzuschreiben, für weitere Aufklärung einzustehen und Forderungen zu formulieren. Unsere Anklage ist in diesem Sinne nicht juristisch, sondern politisch zu verstehen. Sie ist eine notwendige Intervention, die von Vielen getragen werden muss. Unsere Anklage gehört Euch.

Im Reader lesen:

Als einfachen Text lesen:

  1. Einleitung
  2. Die gesellschaftliche Akzeptanz und das Klima der Straffreiheit angesichts rassistischer Gewalt während der Geburtsstunde des NSU in den 1990er Jahren
  3. Die Planung, Durchführung und Unterstützung des neonazistischen Terrors
  4. Die indirekte Förderung der Taten des NSU durch die Sicherheitsbehörden, insbesondere den Verfassungsschutz
  5. Die Verharmlosung rechter und rassistischer Ideologie und die Leugnung neonazistischer Terrorstrukturen
  6. Der institutionelle Rassismus bei den Ermittlungen und die Kriminalisierung der Betroffenen
  7. Die mediale Dethematisierung rassistischer Tatmotive und die Diffamierung der Betroffenen
  8. Die behördliche Verhinderung vollständiger Aufklärung durch Beweisvernichtung und Vertuschung
  9. Die Verhinderung strafrechtlicher Aufarbeitung im Sinne der Betroffenen durch die Bundesanwaltschaft
  10. Die Verweigerung von Gerechtigkeit

 

Hier geht’s zum Download der Anklageschrift als PDF.

 

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