„Am schlimmsten war die stille, schweigende Bombe, die keiner außer den Betroffenen gehört hat.“

Meral Şahin, Geschäftsfrau und Vorsitzende der IG Keupstraße, Köln
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    • Lust auf ´ne Schicht auf dem Tribunal? Theke, Info, Einlass, Übersetzungs-Kopfhörer ausgeben & einsammeln, Ordnung halten …
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    • Wir brauchen Fahrer_innen! Du kennst du dich mit dem Auto in Köln aus? Kommst du gut durch den Verkehr? Sind deine Beifahrer entspannt, weil du keine rasanten Kommandos hinlegst? Wir brauchen jemanden mit PKW, falls es brennt, irgendwas fehlt, irgendwer dringend hin oder weg muss, …
    • Du kannst ein Solikonzert/party, ein Benefizkuchenessen oder eine Tribunal-Tombola veranstalten? Wir benötigen noch Spenden und freuen uns über Aufmerksamkeit auch in deinem Ort!

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  • Aufruf unterzeichnen Ich klage an... Mehr

    ICH KLAGE UM…
    … die Opfer der NSU-Mord- und Anschlagsserie.

    ICH KLAGE…
    … empört über die Verhinderung der versprochenen lückenlosen Aufklärung.

    ICH KLAGE AN…
    … die rassistische Gewalt in Deutschland und die Personen, die diese Gewalt ausführen oder anordnen.

    ICH KLAGE EIN…
    … das gute Leben für alle Menschen.

    Die Anklage von Rassismus ist der erste Schritt, ihn zu überwinden.

    Ich klage an mit meinem Namen:

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    Erstunterzeichner*innen:

    Juliane Karakayali, Berlin, Professorin, evangelische Hochschule Berlin
    Elke Moltrecht, Köln, Akademie der Künste der Welt
    Ekaterina Degot, Köln, Künstlerische Leiterin, Akademie der Künste der Welt
    Ralf Mueller von der Haegen, Berlin, Geschäftsführer, FLMH Labor für Politik und Kommunikation GmbH
    Esther Dischereit, Berlin, Schriftstellerin
    Manuel Vogel, Jena, Hochschullehrer, Universität Jena
    Rebecca Wandke, Berlin
    Kai Kloss, Lübeck, Aktionshunger
    Janna Frenzel, Berlin
    A. Hesse, Berlin
    Friederike Wolf, Hamburg, Aufstehen gegen Rassismus Hamburg
    Hannah Peaceman, Jena
    Maria Fichte, Köln, Sozialraumkoordination Mülheim-Nord / Keupstraße, CSH Köln e.V.
    Juliane Hartnack, Berlin
    Piroska Heinecke, Hamburg
    Jana Cattien, London, SOAS, University of London
    Roman Hanig, Berlin
    beate maria wörz, Berlin, Bildende Künstlerin|Unterstützerin Bürgerin dieses Landes
    H. P. Hellermann, Tübingen
    Silke Betscher, Bremen, Lektorin, Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaften, Universität Bremen
    Mascha Rohner, Berlin, Die Gottesanbeterin – KungFu-Schule Berlin e.V.
    Bengü Kocatürk-Schuster, Gummersbach
    Rebecca Oehms, Hamburg
    Martina Groß, Berlin, Autorin
    Vanessa Höse, Köln
    Anastasia Paschalidou, Frankfurt am Main, Referentin Politische Bildung
    Tuğçe Özgenç, Köln
    Sandra Vacca, Köln, La Talpa e. V.
    Lena Scholle, Lüneburg
    Stefan Schönfelder, Dresden, Weiterdenken, Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
    Florian Schleking, Köln
    Christian Obermüller, Berlin, spot_the_silence
    ralf hotanen, lübeck
    schickSAAL*e.V., lübeck, hostelprojekt
    freie hütte e.V., lübeck, hausprojekt
    Birgit Sacher, Göttingen, Geschäftsführerin d. Integrationsrates Göttingen
    Verena Limper, Köln
    Sonja Brinschwitz, Hamburg
    Charlotte Bänsch, Berlin
    doris schneider, hh
    Rona Torenz, Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Betaş, Berlin
    Barbara Glatz, Berlin
    George Kaplan, Kampagne Blackbox Verfassungsschutz, Berlin
    Noelle O’Brien-Coker, Redakteurin/Journalistin, Köln
    Bernd Steets, Autor, München
    Jonas Lang, Coach e.V., Köln
    Anna Lebedev*a, Künstler*in, Leipzig/Bukarest
    D.haufe, Studentin FU, Berlin
    Martina Poljak, wiss. Mitarbeiterin, Berlin
    Christin Ihlefeldt, Autorin, Berlin
    Sigrid Grollmuss, Aktivist, Köln
    ebru taşdemir, Journalistin, Berlin
    Birgit zur Nieden, Berlin
    bahar ericok, Therapeutin, Berlin
    Sophie Groß, Berlin
    Elisabeth Probst, Bochum
    Michaela Bockstegers, Mülheim an der Ruhr
    Andreas Bohl, München
    Gerd Bauder, Musiker (last of the humanists), Hamburg
    Regina Stötzel, Journalistin, Berlin
    Cantürk Kiran, Student, Berlin
    Matthias Reichelt, Kulturjournalist, Berlin
    Sibylle Clauditz, München
    Hilkje Kempka, Kulturwissenschaftlerin, Theaterschaffende, Hannover
    Eugen Bergmann, Bürger, Berlin
    Tine Waskönig, Kauffrau, Berlin
    Christina Harles, Berlin
    Simon Glass, Köln
    Cordula Kropke, Hamburg
    Martin Umbach, München
    Marten Flegel, Jena
    Britta Beuel, Flüchtlingshelferin, Lilienthal
    Bianca Strauch-Freytag, Designer, Hamburg
    Elisabeth Rind-Schmidt, Bernried
    Frank Großkinski, Berlin
    Nina Liebhaber, München
    Matthias Galle, Mitgründer der Initiative „Pogrom 91“, Berlin
    Susann Thiel, Berlin
    Anna-Katharina Pelkner, Berlin
    Eva-Isabel Brosch, Berlin
    AKuBiZ e.V., Pirna
    Brigitte Ponstein-Schmidt, Berlin
    armin chodzinski, last of the humanists, Hamburg
    Ch. Busse, Berlin
    Armin Mikosch, Frankfurt/Main
    Natalie Bayer, Kuratorin/Wissenschaftlerin, Münchner Stadtmuseum
    Siebo M. H. Janssen, Politikwissenschaftler/Historiker-Dozent, Bonn
    Hans Schlimbach, Gartow
    Malin Kuhnt, BiLan Bildungsinitiative Lernen aus dem NSU, Kassel
    ellen kleine, Nideggen
    Gabriele Mo Loschelder, Berlin
    Saskia Willich, Universität der Künste, Berlin
    Maria Diedrich, Mannheim
    Thomas Frenzel, Berlin
    Markus Mohr, Hartz-IV-Delinquent, Berlin
    Susanne Lummerding, Wien
    Gabriele Mejias, Kommunikationswissenschaftlerin, Berlin
    Susanne Clasen, Hamburg
    Gudrun Pelkner, Darmstadt
    Oliver Fassing, Frankfurt
    Frank Döhmann, Stellvertretender Rektor, Kunsthochschule für Medien Köln
    Kathalena Essers, Münster
    W12, Hausprojekt, Köln
    BiLan – Bildungsinitiative Lernen aus dem NSU, Bildung gegen Rechts, bundesweit
    Miriam Lügering, Hamburg
    Alexander Herold, BiLan – Bildungsinitiative Lernen aus dem NSU, Offenbach am Main
    Brigitte Saur, Berlin
    [das schweigen durchbrechen], antifaschistische initiative, Nürnberg
    Jonas Lendl, Nürnberg
    Jeannette Crone, Frau, Berlin
    Alexander Hoffmann, Nebenklagevertreter, Kiel
    Berenice Brüggemann, Berlin
    Stephan Kuhn, Rechtsanwalt, Frankfurt
    Berthold Fresenius, Nebenklagevertreter, Frankfurt
    Heike Nowotnik, Künstlerin, Berlin
    Christina Clemm, Rechtsanwältin, Berlin
    Dr. Björn Elberling, Nebenklagevertreter, Kiel
    Thorsten Endlein, Bildungsreferent, kopfstand e.V. Bildungskollektiv, Kaufungen
    Jörg Heuer, Berlin
    thorsten kühn, Zürich
    Kathrin Horstmann, kopfstand e.V. Bildungskollektiv, Kaufungen, Kassel
    Beate Rieple, Bonn
    Bündnis gegen Rassismus, Berlin
    mehmet desde, menschenrechtler/ Amnesty Türkei Gruppe, Berlin
    Hüseyin Gül, Aufruf Für Eine Neue Welt/Yeni Dünya İçin Çağrı, Zeitung, Istanbul
    John Malamatinas, Beyond Europe, freier Autor, Köln/Brüssel/Thessaloniki
    Britt Weyde, Redakteurin/ila, Köln
    Sigrid Becker-Wirth, Bonn
    kein mensch ist illegal, Köln
    Michael Tunç, Vorstandsmitglied/ Bundesweites Netzwerk Männlichkeiten, Migration und Mehrfachzugehörigkeiten e.V., Bergisch Gladbach
    Laura Held, Königswinter
    *andere zustände ermöglichen, Berlin
    Frauke Büttner, Politologin, Berlin
    Christian, Köln
    Trotz alledem! Zeitschrift, Hamburg
    Rainer Grün, Ratsherr der Stadt Duisburg, Vorsitzender der Duisburger Alternativen Liste DAL
    Michaela Reinhart, Mensch, Varel
    Michael Becker, Jena
    Claudia Schmidt, Kreisvorsitzende Die Linke, Stein-Neukirch, Westerwald
    Frank Hermes, Komba Gewerkschaft, Wermelskirchen
    Margarethe Ritz-Lesske, SartaArtista, Ried-Brig/CH, Münster/BRD
    Anne Huken, Heinsberg
    Konstanze Spät, Bremen
    Dr. Claudia Wallner, freiberufliche Referentin und Autorin zu Geschlechterdemokratie, Münster
    Julia Janscó, Frankfurt/M.
    Mirjana Jandik, Bonn
    Bayerischer Flüchtlingsrat, München
    Steffen Liebig, Jena
    Werner Felber, Personalratsvorsitzender im Ruhestand, Großaitingen
    Michael Binz, Köln
    Christina Pe, Mensch, Berlin
    Maike Tödter, Hamburg
    Cana Bilir-Meier, Filmemacherin, Kuratorin, Pädagogin, Wien/München/Istanbul
    Anna McCarthy, München
    Christian Drzewieyki, Berlin
    Die Backstube Bäckereikollektiv, Berlin
    Stattpark OLGA, Wagenplatz, München
    Dresden Postkolonial
    Wiebke Buth, Sprecherin der Amnesty International Gruppe Minden
    Monika Hilz, Leiterin Theater deaf 5, Köln
    Anna Neubauer, Dresden
    andreas morgenstern, drucker, München
    Frank Gerfelder-Jung, ver.di Erwerbslosenausschuss Südhessen, Darmstadt
    uwedarius, ver.di, Nürnberg
    Ulrike Winkelmann, Hamburg
    Olivia Scharf, Amnesty International Hochschulgruppe München
    Laurenz Nurk, ver.di-Mitglied, gewerkschaftsforum-do.de, Dortmund
    Olivia Scharf, Amnesty International Hochschulgruppe München
    Laurenz Nurk, ver.di-Mitglied, gewerkschaftsforum-do.de, Dortmund
    Ursula Mathern, Merxheim
    Gerd Wolenberg, Autor, Meldorf
    Ulla Wirtz, Psychotherapeutin, Köln
    Martin Himmel, Lehrer, Hamburg
    Oliver Kloss, Politikwissenschaftler, Leipzig
    Wolfram Dörre, Natalja Dörre, Pirna
    Georg Daniels, freier Journalist, Berlin
    S. Hartmann, Taunusstein
    Nina Hoffmann, Berlin
    Jan Priegnitz, Dessau
    Lara Bethlehem, Prinzessin, Oldenburg
    Christina Löhrer-Kareem, Studentin, Oldenburg

    Jonas Langreuter

    München

    Meike Mayer

    Köln

    Nina Gbur

    Dresden

    Amnesty International Themengruppe Antirassismus

    Deutschland

    Julian Mader

    Erfurt

    Dorothee Baumann

    Köln

    Hartmut Reiners

    Netzwerk gegen Diskriminierung 'ADBS für NRW!'

    Duisburg

    Tobias Linnemann

    Bildungsreferent Bildungswerkstatt Migration & Gesellschaft

    Bremen

    Karl-August Binnewitt

    Villmar

    Nicola Kunst

    Leverkusen

    Carmen Stanek

    Attac Fellbach

    Fellbach

    Jana Kemper

    Köln

  • J'accuse!
    Nous accousons! Weitere Anklage-Texte Mehr

    Unser Aufruf wird ergänzt um Anklage-Texte verschiedener Personen und Gruppen, die ihre jeweilige Perspektive auf den NSU-Komplex / auf Rassismus formulieren. Wir dokumentieren sie hier und sie fließen in die Anklage des Tribunals mit ein.


    Die Anklage von ‚Jalta - Positionen zur jüdischen Gegenwart‘

    Nous accusons

    Als Mitglieder der Postmigrationsgesellschaft, als Jüd*innen in Deutschland, als Heraus-geber*innenkollektiv der Zeitschrift Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart klagen wir an, erklären wir uns solidarisch, verweigern und wehren wir uns.

    Wir klagen die Taten des NSU an. Wir klagen die Verweigerung der Aufklärung durch die deutschen Behörden an. Wir klagen die rassistische Behandlung der Opfer und Angehörigen während der Ermittlungen und darüber hinaus an. Wir klagen den gesellschaftlich tief verankerten Rassismus an, die gesellschaftliche Gleichgültigkeit. Wir klagen die Unsichtbarmachung des rassistischen Hintergrunds der Mordserie an. Wir klagen die Unsichtbarmachung der Betroffenen des Rassismus an. Wir klagen den Rassismus unter Jüd*innen in Deutschland an.

    Wir erklären uns solidarisch mit den Opfern des NSU und deren Angehörigen, mit den Betroffenen von Rassismus, mit allen Menschen, die an der Veränderung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse arbeiten, die gemeinsam die ‚Gesellschaft der Vielen‘ gestalten.

    Als Jüd*innen in Deutschland wird uns häufig eine Deutungshoheit zugesprochen, solange wir uns an unsere vorgeschriebenen Rollen und die etablierten Narrative halten – im Gedenken an die Shoah, als Ankläger*innen des Antisemitismus (bloß nicht den der ‚deutschen‘ Gesellschaft), als streitbare Jüd*innen, mit denen sich die liberale deutsche Gesellschaft schmücken kann.

    Wir verweigern uns diesen Spielregeln.

    Wir wehren uns gegen diese Fremdbestimmung, die zugleich versucht zu verhindern, dass wir aus den oktroyierten Bildern der weißen, deutschen Mehrheitsgesellschaft aussteigen und uns als politische Akteur*innen positionieren können. Gegen die uns zugeschobenen, aber auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft immer wieder existierende Opferkonkurrenzen, die Rassismus gegen Antisemitismus abwägen. Wir wollen uns nicht als Minoritäten gegeneinander ausspielen lassen.

    Stattdessen stehen wir – nicht nur – im Kontext des NSU-Komplexes als Verbündete mit Betroffenen, marginalisierten Gruppen und allen Solidarisierten bereit.
    Stattdessen probieren wir neue solidarische Positionen aus.
    Stattdessen öffnen wir Räume für anders geführte Auseinandersetzungen.
    Stattdessen suchen wir neue Allianzen.

    Kontaktieren könnt ihr uns unter der Emailadresse jalta@neofelis.de.
    Micha Brumlik, Max Czollek, Marina Chernivsky, Hannah Peaceman, Anna Schapiro, Lea Wohl von Haselberg

    (Während des NSU-Tribunals in Köln bieten Lea Wohl von Haselberg und Hannah Peaceman einen Workshop zu „NSU und Antisemitismus – Medienanalyse und Solidarisierung“ an.)

    Die Anklage der Initiative Keupstraße ist überall

    Nous accusons – wir klagen an

    Wir klagen die an, die in den neunziger Jahren dazu beigetragen haben eine nationalistische Stimmung zu schaffen, die junge Leute zu der Folgerung veranlassten, sie würden mit rassistischen Terrorakten dem „deutschen Volk“ dienen.

    Wir klagen die an, die bei den NSU-Morden und Bombenanschlägen nicht als erstes und wichtigstes die Fürsorge der Opfer betrieben haben, sondern unter dem Deckmantel notwendiger Ermittlungen dem rassistischen Terror des NSU einen Ermittlungsterror gegen die Opfer haben folgen lassen. Sie haben den Verletzungen der Opfer und ihren Angehörigen durch den NSU-Terror wissentlich und willentlich ohne jede Veranlassung weitere Verletzungen hinzugefügt.

    Wir klagen die an, die sich dagegen wehren, den institutionellen Rassismus ihrer Behörden offenzulegen und damit einen Beitrag zu leisten, den Rassismus in unserem Land zurück zu drängen.

    Wir klagen die an, die den VS bestätigt und verstärkt haben, anstatt ihn wegen der Förderung und Nicht-Verfolgung der NSU-Terroristen anzuklagen und aufzulösen.

    Wir klagen die an, die anlässlich der Silvesternacht 2015 eine rassistische Diskriminierung junger Migranten betrieben haben und damit in der Bevölkerung rassistischen Einstellungen Vorschub geleistet haben.

    Wir klagen die an, die zur Silvesternacht 2016 am Hauptbahnhof einen rassistisch begründeten Kessel für junge migrantische Männer gebildet haben und damit dem rassistischen Mob dieselbe Steilvorlage gegeben haben, die schon die NSU-Ermittlungen prägten: Migranten sind potentielle Kriminelle.

    Wir führen diese Anklage auch aus dem Grund, weil die Behörden eines Landes wie dem unseren, mit einer kolonialistischen und faschistischen Vergangenheit, allen Grund haben und verpflichtet sein müssen, rassistische und ungleichwertige Behandlung von Menschen zu ahnden, um eine demokratische und gleichberechtigte Atmosphäre zu schaffen und zu pflegen.

    Die Klage von Tayfun Keltek, Vorsitzender Integrationsrat Köln

    ICH KLAGE EIN …

    • dass wir künftig grundsätzlich und zuerst das sehen, was uns als Menschen und Bürger*innen dieser Stadt und dieses Landes verbindet, statt das Trennende in den Vordergrund zu stellen,
    • dass wir künftig Menschen mit Migrationshintergrund nicht pauschal als Migranten, Flüchtlinge, Syrer, Polen oder Türken etc. betrachten, sondern sie differenziert als Individuum sehen und beurteilen,
    • dass wir künftig die Potentiale von Menschen mit Migrationshintergrund sehen, fördern und zum Wohle unserer Gesellschaft nutzten und nicht nur Defizite sehen und problematisieren,
    • dass wir künftig solidarischer sind und auch die Perspektive der Menschen mit Migrationshintergrund einnehmen können.