Köln: Veranstaltungsreihe zum NSU-Komplex. Januar bis Juli 2018

SA 20.1.2018 | 20h
THEATER UND VORTRAG: NSU-MONOLOGE

Das dokumentarische Stück NSU-Monologe erzählt von den Kämpfen dreier Familien der Opfer — von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat: von ihrem Mut, in der 1. Reihe eines Trauermarschs zu stehen, von der Willensstärke, die Umbenennung einer Straße einzufordern und vom Versuch, die eigene Erinnerung an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen.

Anschließend sprechen Michael Ruf (Regisseur, Bühne für Menschenrechte), Ayşe Güleç (Initiative „6. April“ / Kassel, Tribunal „NSU-Komplex auflösen“) und Antonia von der Behrens (Rechtsanwältin und Nebenklagevertreterin im NSU-Prozess) über den aktuellen Stand des Münchner NSU-Prozesses, die Rolle der Nebenklage und die Interventionen der Betroffenen und Angehörigen.

Moderation: Aurora Rodonò (Tribunal „NSU-Komplex auflösen“)

Gastspiel im »Britney« Außenspielstätte Schauspiel Köln am Offenbachplatz

Tickets: AUSVERKAUFT (evtl Restkarten an der Abendkasse)
Veranstaltet von Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ in Kooperation mit „Britney“ / Schauspiel Köln
<<Pressebericht>>

 

Sa, 3.2.2018 | 20h
THEATER UND VORTRAG: WARUM MUSSTE THEO STERBEN
Der Mord an dem griechischen Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU), dem Münchner Schlüsselmacher Theodoros Boulgarides, steht im Zentrum des Theaterstücks „Warum musste Theo sterben“. Die Familie des Opfers wurde durch die Ermittlungen der Polizei stigmatisiert, genauso wie es bei den Familien der türkisch-stämmigen Opfer der Fall war. „Warum musste Theo sterben?“ bringt diese Erfahrungen auf die Bühne, lädt das Publikum zur Diskussion ein und wirft Fragen auf: zu Rassismus, zum Selbstverständnis und den Widersprüchen einer als „gut integriert“ geltenden Einwanderergruppe.

Aus dem Umfeld der Opfer wurde Rassismus immer wieder als plausibler Grund der NSU-Mord- und Terrorserie benannt — lange vor der Selbstenttarnung des Neonazi- Netzwerks. Wie die Äußerung dieses Wissensbestands aktiv unterbunden wurde und im Umkehrschluss die Opferfamilien sich selbst einer rassistisch-stigmatisierenden Ermittlungspraxis ausgesetzt sahen, diskutieren im Anschluss an das Stück Miltiadis Oulios (Autor von „Warum musste Theo sterben?“), Kutlu Yurtseven und Daniel Poštrak (Initiative „Keupstraße ist überall“ und Tribunal „NSU-Komplex auflösen“). Ausgehend der im Rahmen des Tribunals „NSU-Komplex auflösen“ gemachten Erfahrungen, gehen sie dabei der Frage nach, wie dieses „Migrantisch Situierte Wissen“ offensiv in Stellung gebracht werden kann.

Moderation: Susanne Spindler (Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung)

Gastspiel im»Britney« Außenspielstätte Schauspiel Köln am Offenbachplatz
Tickets: www.schauspiel.koeln
Veranstaltet von Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ in Kooperation mit „Britney“ / Schauspiel Köln

Die, die diese Taten begangen haben, sollen nicht denken, (…) dass wir dieses Land verlassen werden. Ich lebe in diesem Land und gehöre zu diesem Land. (…) Wir sind ein Teil dieses Landes und wir werden hier weiter leben. Elif Kubaşık

 

SA 24.3.2018 | 17h
PODIUMSDISKUSSION: UMKÄMPFTE ERINNERUNGEN — DAS GEPLANTE DENKMAL AN DER KEUPSTRASSE

In unmittelbarer Nähe zur Keupstraße, wo 2004 die Nagelbombe explodierte, soll ein Denkmal an die Opfer des NSU-Terrors in Köln erinnern. Der Entwurf des Künstlers Ulf Aminde, der die Idee eines Mahnmals mit einem Ort der Begegnung verbindet, hat sowohl die Opfer des Anschlags und die Bewohner*innen der Keupstraße als auch Kunstexpert*innen und Politiker*innen überzeugt. Auf der Ecke zu einem ehemaligen Güterbahnhof soll eine Betonplatte gelegt werden, deren Form dem Grundriss des Hauses entspricht, vor dem die Nagelbombe explodierte. Die Wände des Hauses wachsen virtuell. Wenn Besucher*innen den Platz mit dem Smartphone ablaufen, übermittelt eine App Bilder und Filme, die immer wieder durch neue ersetzt werden können.

Doch die Planungen für den Ort der Erinnerung kommen nicht voran. Denn die Eigentümer*innen des Areals haben andere Pläne: Sie wollen dort, wo sich die Opfer des Anschlags einen Ort der Erinnerung wünschen, ein lukratives Gewerbequartier errichten. So bahnt sich in Köln noch vor Ende des NSU-Prozesses in München ein Konflikt an: zwischen Investor*innen auf der einen Seite und Anwohner*innen und Initiativen in Köln — für die der Gedenkort nirgendwo anders denkbar ist — auf der anderen.

Gäste: Ulf Aminde (Künstler), Meral Şahin (IG Keupstraße), Prof. Micha Brumlik (Pädagoge und Publizist zu Erinnerungskultur) und weitere. Angefragt: Bernd Odenthal (Investor)

Aktuelle Presseartikel zum Thema:
Express, 26.02.2018: <<Stadt versemmelt Denkmal in der Keupstraße>>
KStA, 27.02.2018: <<Attentat auf der Keupstraße – Peinliche Panne beim Denkmal für Kölner NSU-Opfer>>
Focus, 28.02.2018: <<Köln: Streit ums Mahnmal eskaliert>>

VHS-Forum im Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln | Eintritt frei
Veranstaltet von Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ in Kooperation mit der IG Keupstraße, Initiative „Keupstraße ist überall“ und dem Integrationsrat Köln

 

MO 09.07.2018 | 20: THEATER UND VORTRAG: A WIE AUFKLÄRUNG
Vier Jahre nach ihrem ersten Projekt zu dem Thema – dem vielfach ausgezeichneten Stück “V wie Verfassungsschutz” – setzt sich das nö theater erneut mit dem NSU-Komplex und dem Verfassungsschutz auseinander. Denn trotz Versprechen von höchster Stelle, einem jahrelangen Gerichtsprozess und zahlreicher Untersuchungsausschüsse müssen die Betroffenen auch weiterhin auf eine lückenlose Aufklärung warten. Das nö theater begibt sich ins Zeugenschutzprogramm, sucht nach den Ursachen und stellt die Frage ob wir die Antworten überhaupt wissen möchten.

Gastspiel im»Britney« Außenspielstätte Schauspiel Köln am Offenbachplatz
Veranstaltet von Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ in Kooperation mit „Britney“ / Schauspiel Köln